Der Gleisanschluß der Firma August Luhn am Bahnhof Wuppertal Wichlinghausen

Einleitung - Stand 27.06.2015

Im auf dieser Homepage schon mehr genannten Unterforum 04 - Historische Bahn bei „Drehscheibe Online“ hatte am 19.12.2005 die Einstellung eines Bahnhofrätsels durch Bernhard Terjung meine Erinnerung gekitzelt, das ich zum Bahnhof Wuppertal Wichlinghausen (bis 1897 noch Ober Barmen Rh) auch das ein oder andere Fundstück in meinem Archiv habe. Zehn Jahre später holt mich die Geschichte wieder ein, denn die damals verlinkten Bilder bei einem Gratishoster sind nicht mehr sichtbar und wurden nun wieder im MAPUD-Forum verlangt. Ein „wenig“ ausgeweitet möchte ich nun mehr Zeichnungen und ein paar begleitende Worte und Netzhinweise sowie eigene Fotos zum Thema als separaten Teil meiner Heimseite einstellen.

Kurzer Anriss der Firmengeschichte

Der Kaufmann August Luhn, dessen Familie als Mühlenpächter und Kaufleute bereits seit den siebziger Jahren des 16.Jahrhunderts im Raum Wuppertal urkundlich Erwähnung finden, gründete im Jahre 1869 zusammen mit seinem Teilhaber Theodor Leyerer zur Herstellung von Schmierseife eine Fabrik im zur Stadt Barmen gehörenden Schwarzbachtal.

 

Wie es auch in der Chronik auf der Homepage der Firma Luhns (Firmenname seit 1899) heißt, war dies die erste elektrisch betriebene und damit zur damaligen Zeit wohl größte Seifenfabrik Deutschlands. Dieser erste Siedekessel besaß ein Fassungsvermögen von drei Tonnen und wurde, wie für die Herstellung von Schmierseife üblich, aus zumeist minderwertigen Fetten (Tran, Talg, Knochenfett) mit Kalilauge befüllt. Diese Zutaten brannten wohl manchem Zeitgenosse in der Nase und nicht nur, wie dem Seifensieder, auf der Zunge.

Noch in den Jahren 1977 bis 1980 gab es, wie man Protokollen der Bezirksvertretung Oberbarmen entnehmen kann, stetigen Ärger durch Geruchsemissionen der Firma Luhns in der Schwarzbach.

 

Die Produktpalette wurde schon früh ausgeweitet und neben den beiden Sorten Schmierseifen auf Kernseife und in späteren Jahrzehnten Haushalts- und Spezialkernseifen, Handwaschpasten, Fein- und Rasierseifen sowie Waschpulver hergestellt. Um die Jahrhundertwende erreichte man mit etwa 260 Mitarbeitern bereits einen reichsweiten Umsatz von etwa 10 Millionen Goldmark und investierte auch kräftig in die Werbung, was gerade im Wuppertaler Raum immer noch durch bekannte Werbesprüche, wie „am roten Band wird Luhns erkannt“ belegbar ist.

 

Da es hier jedoch vornehmlich um die „Hinterseite“ der Fabrik im Schwarzbachtal mit ihrem interessanten Gleisanschluß gehen soll, möchte ich für detailliertere Informationen auf die Homepage der Firma Luhns, mit zwei sehenswerten pdf-Dokumenten zur Firmengeschichte und die übrigen Internethinweise am Schluß dieser Seite in den Quellenangaben aufmerksam machen.

Gleisanschluß

Eigentlich müsste ich hier jetzt noch weitergehende Informationen zum Privatgleisanschlussanlage einstellen, die durch Quellen, zum Beispiel aus den Unterlagen der KED Elberfeld, bzw. RBD/BD Wuppertal, belegbar sind, aber dafür fehlt mir augenblicklich die Zeit. Beim nächsten Besuch im Landesarchiv NRW werde ich mal schauen ob sich mehr finden lässt. Augenblicklich muss der Bestand aus meiner Sammlung reichen.

 

Zehn Jahre nach der Gründung der Fabrik wurde am 15. September 1879 oberhalb des Firmengeländes, der Bahnhof Ober-Barmen (Rh) der Rheinischen Eisenbahngesellschaft eröffnet. Der bis dahin notwendige, umständlichere Transport der „Zutaten“, sowie der Produkte von und zum Bahnhof Barmen Rittershausen (heute Oberbarmen) an der Strecke der BME (Bergisch Märkische Eisenbahn) wäre damit eigentlich entbehrlich geworden.

 

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch die unmittelbare Nachbarschschaft des östlichen Betriebshofes der als „Talbahn“ bezeichneten Linie Barmen – Elberfeld der „Deutschen Pferdeeisenbahn-Gesellschaft“, die am 10.04.1874 eröffnet wurde und ab 26.01.1896 elektrisch betrieben wurde. Der markante Turm auf dem Firmengelände der Firma Luhns stellt einen Rest dieses Betriebshofgebäudes dar, das Ende 1953 stillgelegt und 1962 durch die Wuppertaler Stadtwerke geräumt wurde.

Nah dran, aber doch weit weg.

Zwar war nun die nächste Bahnstation quasi bis zur Grundstücksgrenze gerückt, aber der beträchtliche Höhenunterschied zum Bahnhofsplateau bereitete doch einige Schwierigkeiten. Wie lange der Transport noch zum Bahnhof Rittershausen erfolgte, wird erst durch die Recherche im Landesarchiv zu belegen sein.

 

Da es um die zuvor auf „freiem Feld“ gelegene Fabrik langsam eng wurde, fand man die Lösung in die Höhe zu bauen und konnte etwa 1900 das noch heute vorhandene Fabrikgebäude errichten. Der Bau war, wie man in einer Anzeige (Folie 6, Pdf 140 Jahre Luhns) stolz beschrieb, 85m lang, fünf Stockwerke hoch und besaß dort im fünften Stockwerk auch Eisenbahnanschluß. Die Dampfmaschine mit 200 PS Leistung sorgte für Kraft- und Lichtstrom und trieb damit auch drei große elektrische Aufzüge an.

 

Damit wird ein Waggonaufzug, wie später innerhalb des Gebäudes vorhanden, noch nicht mitgezählt. Wenn man den Bildern aus dem Werksarchiv der Firma Luhns auf Bahnen Wuppertal (Bf. Wichlinghausen), und der Seite über Gleisanschlüsse in Wuppertal, sowie den Plänen aus meiner Sammlung hier folgt, dann wird der Schrägaufzug eher Mitte bis Ende der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts errichtet worden sein. Wie bereits geschrieben, versuche ich weitergehende Informationen nachzuliefern.

 

Die auf den verlinkten Seiten zu sehenden Bilder der Feierlichkeiten zum 75 jährigen Jubiläum des Gleisanschlusses weisen auf 1901 als Jahr der Betriebseröffnung hin. Mithin lag ein eigener Gleisanschluß also erst zur Fertigstellung des großen Fabrikgebäudes vor.



Mit Stand vom 27.06.2015 stelle ich nun noch ein paar Aufnahmen aus dem Werksarchiv der Firma Luhns ein, die mir freundlicherweise durch Herrn Doktor Vorsteher von der oben bereits verlinkten Seite VOBA - Bahnen Wuppertal zur Verfügung gestellt worden sind.


Erwähnenswert ist vielleicht noch der Umstand, das zumindest zu Beginn der 1930er Jahre die firmeneigenen Kesselwagen, welche im Bestand der Reichsbahndirektion Wuppertal, mit Heimatstation Barmen Wichlinghausen, als Privatwagen eingestellt waren, der Nummernbereich wenigstens von "Wuppertal 541 293 bis 541 300" festzustellen ist.


Unterlagen aus meiner Sammlung

Zu den Unterlagen aus meiner Sammlung stelle ich einige Anmerkungen zwischen die Abbildungen.

Mein ältestes Fundstück zum Thema Luhns ist ein Bestandaufnahmeplan vom August 1942 betreffend den Bahnhof Wuppertal Wichlinghausen, mit dem die Miet- und Pachtgebühren von Eisenbahngundstücken für die Nutzer berechnet und belegt wurden.

Aus einem Bahnhofsplan des Bahnhofs Wichlinghausen aus dem August 1942 ein Auszug mit der Drehscheibenansammlung der Firma Luhn & Co.
Aus einem Bahnhofsplan des Bahnhofs Wichlinghausen aus dem August 1942 ein Auszug mit der Drehscheibenansammlung der Firma Luhn & Co.

Aus dem Jahre 1947 besitze ich einige sogenannte Signallagepläne der Rheinischen Strecke und im Abschnitt über den Bahnhof Wichlinghausen ist natürlich auch der Anschluß der Firma Luhn (hier wieder ohne das eigentlichseit der Jahrhundertwende zum Firmennamen gehörende s) zu sehen. Hier kann man erkennen, dass die Zuführung wie auch die Abholung der Wagen nur über das aus der Weiche 52 und mit Gleissperre gesicherten Gleis 31 erfolgen konnte. Der Vergleich mit den jüngeren Unterlagen weiter unten, zeigt das die Verlängerung des Gleises 44 noch nicht stattgefunden hat.

Signallageplan der Bm Wichlinghausen vom 01.Mai 1947
Signallageplan der Bm Wichlinghausen vom 01.Mai 1947

Ebenfalls Ende der achtziger Jahre aus dem Altpapier im Bahnhof Wichlinghausen gesichert,

sind die Detailzeichnungen der Drehscheibenanlage im Gleisanschluß der Firma Luhns.

Sie stammen von der Firma Windhoff in Rheine und sind nur teilweise mit Datum aus dem Jahre 1954 versehen. Weitere Details insbesondere zur eventuellen Ausführung fehlen leider.

Möglicherweise war dies nur ein Vorentwurf zur neuen Schiebebühne mit dem interessanten Schrägaufzug.

Im Jahre 1954 waren wohl Verbesserungen oder ein Neubau der Anlagen geplant, welche diese Detailzeichnungen der Firma Windhoff AG aus Rheine zeigen. Hier die Bemaßungen der beiden Drehscheiben.
Im Jahre 1954 waren wohl Verbesserungen oder ein Neubau der Anlagen geplant, welche diese Detailzeichnungen der Firma Windhoff AG aus Rheine zeigen. Hier die Bemaßungen der beiden Drehscheiben.
Eine Übersichtszeichnung der Gleisanschlussanlage.
Eine Übersichtszeichnung der Gleisanschlussanlage.
Detailzeichnung für die Festlegung der Drehscheiben.
Detailzeichnung für die Festlegung der Drehscheiben.

Die hier folgende Bedienungsanweisung habe ich bewusst so eingestellt wie sie eingescannt wurde. Auch das Original weist diese etwas schräge Ansicht auf, was wohl dem Matrizendruck geschuldet sein wird.

 

Allein solch ein Dokument ist sicherlich der eingehenderen Betrachtung wert, bietet es doch für den historisch Interessierten wie auch eventuell dem Freund von vorbildgerechtem Modellbahnbetrieb eine Menge an wissenswerten Informationen.


Das Deckblatt zeigt neben der Bezeichnung und den bearbeitenden Stellen natürlich die Gültigkeiten dieses Dokumentes auf.

Mit Gültigkeit vom 01. März 1973 liegt mir eine Bedienungsanweisung des Gleisanschlusses der Firma Luhn vor.
Mit Gültigkeit vom 01. März 1973 liegt mir eine Bedienungsanweisung des Gleisanschlusses der Firma Luhn vor.

Die Seite 2 mit den Allgemeinen Bestimmungen beschreibt nun mit Worten die auf Seite 8 mit einer Skizze gezeigte Anschlussanlage und deren Besonderheiten. Darin finden sich die Beschreibungen der Zustell- und Abholgleise, den dazugehörigen Weichen und Gleissperren, sowie baulichen und verkehrlichen Einschränkungen.

 

Unter Punkt 2 folgen dann die Betriebsdienstlichen Bestimmungen.

Dabei ist erwähnenswert, das in älteren Ausgaben solcher „Dienstanweisungen“ die Bedienung detailgenau bis zur Zugnummer der anbringenden und abholenden Lok sowie der Zeit aufgeführt ist, was bei Planänderungen eigentlich eine veränderte Dienstanweisung erforderte und somit etwas unpraktisch war. Da ist die Formulierung, das nach dem jeweiligen Bedienungsplan verfahren wird, erheblich sinnvoller.

 

Damit nur die Schlüssel für die diversen Gleissperren die Taschen der Rangierer ausbeulten,

hatte der Anschließer für Radvorleger und Hemmschuhe an den vereinbarten Stellen zu sorgen.

Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 2
Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 2

Die Anweisungen werden auf Seite 3 fortgeschrieben und gehen weiter ins Detail.

Der Hinweis das die Wagen „bunt“ zugeführt werden, heißt nicht, dass sie vorher von „Graffitikünstlern“ verschönert wurden, sondern die Reihenfolge der Wagen in der Rangierabteilung von maximal 12 Achsen Stärke beliebig war.

Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 3
Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 3

Ein wesentlicher Hinweis auf Seite 4 ist der Tipp unter B.2, dass das Tor vor der Duchrfahrt geöffnet und festgelegt sein sollte. Die einzelnen Formulierungen ohne genaue Beschreibungen der Örtlichkeiten, sind teilweise Standartsätze, da sie in allen Bedienungsanweisungen passen sollen.


Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 4
Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 4

Auch die Angaben auf Seite 5 sind in der Hauptsache aus diesen Standartausführungen gebildet.

Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 5
Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 5

Seite 6 belegt, dass alles nach der Arbeit wieder schön aufgeräumt und an seinen Platz geräumt wird.

Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 6
Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 6

Die Seite 7 beschreibt noch weiter die einzelnen Punkte welche der Anschließer zu beachten hat und schließt mit dem Verteiler der Bedienungsanleitung.

Interessant auch für die Technik des Matrizendruckes der nur maximal 250 Exemplare einer Matrize ermöglichte.

Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 7
Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 7

Die Seite 8 ziert der Lageplan mit allen wichtigen Details um die wortreichen Beschreibungen zu unterstützen.

Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 8
Bedienungsanweisung vom 01. März 1973, Seite 8

Hier ein von 1981 datierter Plan der die komplizierte Gleisanschlusssituation, mit der Schiebebühne und dem Waggonschrägaufzug zeigt.

Übrigens scheint die Rheinische Strecke, wohl wegen Ihrer Lage auf den Höhen der Täler durch die sie entlangführte, anfällig gegenüber dieser „Höhenausgleichskonstruktion“ gewesen zu sein, denn in Hagen gab es das Ganze in zweifacher Ausführung noch einmal.

Hier ein von 1981 datierter Plan der die komplizierte Gleisanschlusssituation, mit der Schiebebühne und dem Waggonschrägaufzug zeigt.
Hier ein von 1981 datierter Plan der die komplizierte Gleisanschlusssituation, mit der Schiebebühne und dem Waggonschrägaufzug zeigt.

Genug gezeichnet - Ein paar neuzeitliche Photographien

Meine lichtbildnerischen Fähigkeiten sind im Bekannten- und Freundeskreis berüchtigt, aber ich wage zu dokumentarischen Zwecken dennoch die Veröffentlichung dieser Bilder, die ich am 06.September 1989 in Wichlinghausen angefertigt habe. Leider habe ich dem Güterschuppen zwar ein paar weitere Aufnahmen geopfert, aber das waren angesichts der Tatsache des „heißen Abbruchs“ kurz danach, immer noch zu wenige.

 

Am 06.09.1989 habe ich im Rahmen meiner Lokführerausbildung ein paar Fotos vom Gleisanschluß der Firma Luhns angefertigt. Hier das aus Gleis 31 führende Anschlußgleis.
Am 06.09.1989 habe ich im Rahmen meiner Lokführerausbildung ein paar Fotos vom Gleisanschluß der Firma Luhns angefertigt. Hier das aus Gleis 31 führende Anschlußgleis.
Ein Blick über die Vierziger-Gleise des Bahnhofes Wichlinghausen. Das Gleis 45 liegt an der Güterschuppenrampe. Das davor befindliche Gleis 44 ist das Abholgleis des Gla Luhns.
Ein Blick über die Vierziger-Gleise des Bahnhofes Wichlinghausen. Das Gleis 45 liegt an der Güterschuppenrampe. Das davor befindliche Gleis 44 ist das Abholgleis des Gla Luhns.
Verblasste Herrlichkeit im Wuppertaler Osten kurz vor den "blühenden Landschaften". Der "Hinterausgang" des Glaisanschlusses Luhns.
Verblasste Herrlichkeit im Wuppertaler Osten kurz vor den "blühenden Landschaften". Der "Hinterausgang" des Glaisanschlusses Luhns.
Das Zustellgleis wurde über die Weiche 52 von Gleis 31 des Bahnhofes Wichlinghausen angeschlossen.
Das Zustellgleis wurde über die Weiche 52 von Gleis 31 des Bahnhofes Wichlinghausen angeschlossen.
Das Herzstück der Anlage - Die Schiebebühnegrube mit dem passenden Blick auf die Eisenbahnanlage der Firma Luhns im Dachgeschoß.
Das Herzstück der Anlage - Die Schiebebühnegrube mit dem passenden Blick auf die Eisenbahnanlage der Firma Luhns im Dachgeschoß.
Ein Werkfoto der Firma Luhns aus der  Sammlung VOBA aus ähnlicher Perspektive. Der gedeckte Güterwagen steht im Abholgleis des Anschlusses. Das Foto stammt aus Mitte der 1970er Jahre.
Ein Werkfoto der Firma Luhns aus der Sammlung VOBA aus ähnlicher Perspektive. Der gedeckte Güterwagen steht im Abholgleis des Anschlusses. Das Foto stammt aus Mitte der 1970er Jahre.
Man ein Modellbahner mag von einer Anlage auf dem Speicher träumen, wenngleich der Maßstab sicher kleiner sein dürfte. Werkfoto Luhns/ Sammlung VOBA
Man ein Modellbahner mag von einer Anlage auf dem Speicher träumen, wenngleich der Maßstab sicher kleiner sein dürfte. Werkfoto Luhns/ Sammlung VOBA

Der Fotograf steht beim oberen Bild, das etwa Mitte der 1970er Jahre gemacht wurde, auf der Schiebebühne, die nahe ihrer Endstellung im Gebäude zu sehen ist. Links ist ein Ladehilfsmittel in Form eines Förderbandes zu sehen. Am Ende des Gleises steht ein Kesselwagen zur Entladung bereit.

 

Das untere Bild stammt vom Beginn der 1930er Jahre und zeigt den "Wuppertal 541 293" während der Entladung. Ob diese recht "offene" Situation nach heutigen Unfallverhütungsvorschriften noch zulässig sein würde, ist zu bezweifeln. Der gleiche Wagen in etwas verschmutzter Anmutung findet sich auch auf der VOBA Seite. (Direktlink)

Ein retouchiertes Bild wähend welches die Entladung des "Wuppertal 541 293" zeigt. Werkfoto Luhns/ Sammlung VOBA
Ein retouchiertes Bild wähend welches die Entladung des "Wuppertal 541 293" zeigt. Werkfoto Luhns/ Sammlung VOBA
Blick durch den Zaun mit der Schiebebühne.
Blick durch den Zaun mit der Schiebebühne.
Allein vier Kesselwagen der Firma Luhns sind etwa 1935 hier im Anschlussbereich vor der Drehscheibe zu sehen. Werkfoto Luhns/ Sammlung VOBA
Allein vier Kesselwagen der Firma Luhns sind etwa 1935 hier im Anschlussbereich vor der Drehscheibe zu sehen. Werkfoto Luhns/ Sammlung VOBA

Wenn man im oberen Bild noch ein wenig "spazieren geht" , kann man dem noch einige interessante Informationen entnehmen.

In Bildmitte am unteren Rand sieht man einen der angetriebenen "Poller" der Spillanlage, an der mittels Drahtseilen die Wagen im Werksanschluß bewegt werden konnten. Ein nicht angetriebener "Poller" findet sich unterhalb des rechten Kesselwagen.


Das folgende Bild zeigt dann wieder die "Neuzeit", die aber auch schon wieder über 25 Jahre vorbei ist.

Der Kesselwagen ist von der Eisenbahn-Verkehrsmittel AG einem Unternehmen das vornehmlich Kesselwagen an Industriebetriebe vermietete und so die Einstellung eigener Waggons bei der Staatsbahn unnötig machte.

Der Privatgüterwagen 747 5 400 - 9 der Eva im Anschluß Luhns.
Der Privatgüterwagen 747 5 400 - 9 der Eva im Anschluß Luhns.
Nach den "umfangreichen" Arbeiten, im damals schon fast völlig brachliegenden Bahnhof Wuppertal Wichlinghausen, steht 360 409-7 mit Üg 67051 zur Abfahrt nach Wuppertal Oberbarmen bereit.
Nach den "umfangreichen" Arbeiten, im damals schon fast völlig brachliegenden Bahnhof Wuppertal Wichlinghausen, steht 360 409-7 mit Üg 67051 zur Abfahrt nach Wuppertal Oberbarmen bereit.

Etwas Lokführerlatein sei auch noch beigefügt, denn obwohl der Bahnhof Wichlinghausen auf dem Berg lag, war er meiner Erinnerung nach ein Nebelloch ohne Ende, wo man kaum bis zur Pufferbohle der eigenen Lok sehen konnte, damals in der guten alten Zeit.


Heutzutage ist vom Bahnhof Wichlinghausen nicht mehr viel übrig geblieben.

Das Gelände wurde freigeräumt und mit zeitgemäßer Wohnbebauung einer anderen Nutzung zugeführt. Näheres lässt sich im Netz unter dem Stichwort „Bergisches Plateau“ finden.

Die Rheinische Strecke, ich kann mit dem Begriff Nordbahntrasse immer noch nicht viel anfangen, ist nun im Wuppertaler Stadtbereich ein gutes Beispiel von bürgerlicher Eigeninitiative und einem interessanten Naherholungsobjekt. Ein Einstieg unter: Nordbahntrasse

 

Quellenangaben

„Straßenbahnen in Wuppertal“, Bernhard Terjung, Verlag Kenning, Nordhorn 1997

 

Diverse Pläne und Unterlagen ohne weitere Bezeichnung, Sammlung Michael Peplies

 

Internetseitenaufruf jeweils vom 18.06.2015

 

Homepage der Firma Luhns, mit zwei sehenswerten pdf-Dokumenten zur Firmengeschichte:

 

http://www.luhns.de/de/ueberuns/geschichte/

 

Infoseite der Firma Luhns in der deutschen Wikipedia:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Luhns

 

Dampfmaschinen der Firma Luhns bei Albert Gieseler:

 

http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen0/firmadet6684.shtml

 

Luhns Fabrikgebäude in der Landesdenkmalliste:

 

https://www.wuppertal.de/denkmalliste-online/Details.aspx?id=5943&strasse=Schwarzbach&hnr=105

 

Maroder Charme des alten Fabrikgebäudes in der Westdeutschen Zeitung:

 

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/fabrik-luhns-das-verwaschene-juwel-1.614618

 

Schmierseife und Seifensieder in der deutschen Wikipedia:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Schmierseife

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Seifensieder

 

Auf der bekannten und sehr umfangreichen Seite von Bahnen – Wuppertal tangieren gleich drei Unterseiten die Firmengeschichte:

 

http://www.bahnen-wuppertal.de/html/rheinische-strecke.html

 

http://www.bahnen-wuppertal.de/html/gleisanschluesse.html#AS-auf-Rheinischer-Strecke

 

http://www.bahnen-wuppertal.de/html/bahnhof-wichlinghausen.html


Link zur Eisenbahn-Verkehrsmittel AG bei der deutschen Wikipedia (abgerufen am 27.06.2015):


https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahn-Verkehrsmittel_AG

 

Link von Drehscheibe online:

 

http://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,1394062,1394272#msg-1394272

 

Stichwort „Bergisches Plateau“ bei Google:

 

https://www.google.de/search?q=Bergisches+Plateau&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=PVqEVYD9IIyfsAGN6rHwCg

 

Stichwort Nordbahntrasse:

 

http://nordbahntrasse.de/

 

Zum Schluß wie immer der Hinweis:


Bei auftretenden Fragen oder auch interessanten Anmerkungen besteht über einen Eintrag im Gästebuch  oder über

mail ät vauhundert.de

eine einfache Kontaktmöglichkeit.